Ophelias Blog

Das Herbstfestival des Palazzetto Bru Zane mit leichter Muse und „acqua alta“

Intelligenz, Wortwitz, frivole Anspielungen, wie Champagner perlende Koloraturen – für all das steht Jacques Offenbach als Erfinder der Operette und Meister der leichten Muse. Am 21. Juni 2019 feiert die Musikwelt vor allem in Frankreich seinen 200. Geburtstag. Grund genug für den Palazzetto Bru Zane, jetzt schon einmal Offenbachs Zeit, die Entstehung der Operette und die Werke seiner Zeitgenossen genauer unter die Lupe zu nehmen und dem Publikum in Venedig zu präsentieren. Gerade ging dort das Festival „L’amour à la française“ des Palazzetto Bru Zane zu Ende, mit Offenbachschen Rouladen-Sopranen, Charme, Esprit – und heftigem „acqua alta“. Alle Beteiligten und der Palazzetto selbst trotzten dem widrigen Wetter, und so konnte u.a. die junge belgische Sopranistin Jodie Devos das Publikum in „Offenbach Colorature“ mit atemberaubend schwierigen Koloraturen begeistern.

 

Gemäß dem Anspruch des Palazzetto, selten gespielte oder unbekannte Raritäten zu neuem Leben zu erwecken, erklangen viele unbekannte Werke von Offenbachs Zeitgenossen und ihm selbst, wie „Robinson Crusoé“, „Vert-Vert“ oder „Un mari a la porte“. „Lauter Bravour-Arien für Koloratursopran standen da auf dem Programm“, resümierte der Operettenboulevard bei BR Klassik und  Deutschlandfunk urteilte: „So war es spannend zu erleben, wie vielfältig da leichte Genre der französischen Musik dieser Zeit ist“. Parallel zum Festival standen auf französischen Bühnen schon erste Offenbach-Operetten in Koproduktion mit dem Palazzetto Bru Zane auf dem Programm: „Les Fées du Rhin“ in Tours und „La Périchole“ in Bordeaux. Im Januar geht es weiter im Pariser Théâtre Marigny auf dem Champs-Elysées – „genau dort, wo einst das allererste Theater von Offenbach gestanden hat“ (merkeronline.de). Und auch „Offenbach Colorature“ mit Jodie Devos wird pünktlich zum Beginn des Jubiläumsjahres auf CD erscheinen. 

Foto © Palazzetto Bru Zane – Photo Matteo De Fina

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