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„Was ist ausdrucksstark?“ – Vassilis Christopoulos leitet britisches Portrait-Konzert im zehnten Abo-Konzert des Georgischen Kammerorchester Ingolstadt – 7. Dezember, 20.00 Uhr, Festsaal Ingolstadt

Ein musikgewordenes Portrait der britischen Seele beschließt die aktuelle Abonnementkonzertreihe des Georgischen Kammerorchester Ingolstadt am 7. Dezember 2017. Der Dirigent Vassilis Christopoulos zeichnet unter dem Motto „Was ist ausdrucksstark?“ ein intra- und interkulturelles Bild. Zu Gehör kommen dabei Peter Warlocks „Capriol Suite“, Frank Bridges Suite für Streichorchester, die „St. Paul’s Suite“ von Gustav Holst, Michael Tippetts „Little Music for String Orchestra“ und Benjamin Brittens Variationen über ein Thema von Frank Bridge. Die öffentliche Generalprobe findet um 10.00 Uhr statt, Konzerteinführung mit Marco Frei ist um 19.10 Uhr.

 

Ein zentrales Merkmal der britischen Kunstmusik ist die Suche nach Identität und Herkunft, was sich in einer mehr oder weniger starken Traditionsgebundenheit äußert. Dabei offenbart das britische Portrait-Konzert, dass die Reflexionen des Erbes zuweilen bis auf die Alte Musik zurückgehen. So auch in der „Capriol Suite“ von Peter Warlock. Das Werk von 1926 changiert in seiner Klanglichkeit zwischen mittelalterlicher Gregorianik, Renaissance und Barock. Die Titel der sechs Sätze verweisen auf französische Tanzcharaktere aus dem 16. Jahrhundert. Der Spätromantiker Gustav Holst wurde besonders für seine „Planeten“ bekannt. Seine „St. Paul’s Suite“ von 1912 verweist auf die St. Paul’s Mädchenschule in Hammersmith, die der Komponist bis zu seinem Tod leitete. Michael Tippetts „Little Music for String Orchestra“ von 1946 reflektiert die Ostinato-Technik und die Fantasien von Henry Purcell, um im „Vorspiel“ mit harmonischer Härte und kantigen Melodien zugleich auf den Neobarock Paul Hindemiths zu verweisen. Das kurze Werk war ein Geschenk zum 10. Geburtstag des Jacques String Orchestra. Dagegen würdigt Benjamin Britten mit den „Frank-Bridge-Variationen“ seinen einstigen Lehrmeister. Alle Variationen trugen ursprünglich Titel, die bestimmte Eigenschaften Frank Bridges benannten. Das Werk wurde im August 1937 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt.

 

Vassilis Christopoulos, 1975 in München geboren, gehört zu den erfolgreichsten Dirigenten Griechenlands. Als Künstlerischer Direktor des Staatsorchesters Athen von 2011 bis 2014 setzte er neue Aufführungsmaßstäbe und die Karteneinnahmen verdoppelten sich trotz der schweren Finanzkrise. Von 2005 bis 2015 war er Chefdirigent der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. 2000 gewann er den 1. Bad Homburger Dirigentenpreis und wurde beim Internationalen Dirigentenwettbewerb „Dimitri Mitropoulos“ in Athen ausgezeichnet. Seine CD „Mozart Arias“ mit der französischen Sopranistin Géraldine Casey und der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz erhielt von der Académie internationale du disque lyrique in Paris einen goldenen Orpheus für die beste Mozart-Aufnahme 2009. www.gko-in.de

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