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Junge Deutsche Philharmonie: Herbsttournee "Nordlicht" ab 25.09. und CD-Veröffentlichung "Neue Wege" mit Jonathan Nott

Vom 25. September bis zum 3. Oktober reist die Junge Deutsche Philharmonie zu Konzerten nach Wilhelmshaven, Berlin, Villingen-Schwenningen, Aschaffenburg, Heidelberg (Benefizkonzert „Takte gegen Krebs“), Hannover (Abschlusskonzert der Niedersächsischen Musiktage) und Bratislava. Kurz nach der Herbsttournee, am 13. Oktober, wird die CD „Abgesang“ im Handel erhältlich sein.

 

„Nordlicht“ – Herbsttournee 2017

Das Orchester begibt sich unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste programmatisch in den hohen Norden. Mit ihm steht ein ausgewiesener Experte für das russisch-skandinavische Repertoire am Pult. Bei der Tournee „Nordlicht“ spielt die Junge Deutsche Philharmonie Werke von Kaija Saariaho, Sergej Prokofieff und Carl Nielsen. Die Finnin Saariaho sucht vielfach die Inspiration durch andere Künste. Ihr Werk „Laterna Magica“, benannt nach dem Vorläufer des Filmprojektors, entstand 2008 als Hommage an den Regisseur Ingmar Bergman. Sergej Prokofieffs 3. Klavierkonzert, welches der Komponist Anfang der 20er Jahre im französischen Exil schrieb, wird von Tzimon Barto (in Berlin von Nikolai Lugansky) präsentiert. Den symphonischen Schwerpunkt bildet die 4. Sinfonie („Das Unauslöschliche“) des Dänen Carl Nielsen. Der Komponist schrieb während der Entstehung über sein Werk: „Sie baut auf dem Gedanken auf, dass Licht, Leben und Bewegung die grundlegenden Eigenschaften der Musik sind, die die Stille in Stücke schneiden. Ich versuche, all das zu beschreiben, was einen nicht zu bändigenden Drang zum Leben hat.“ Das Unauslöschliche eben.

 

Besuchen Sie uns gerne ab dem 19. September 2017 bei den Proben in Sondershausen (Thüringen).

 

CD „Abgesang“

Im Frühjahr 2017 entstand der Mitschnitt der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker für die CD „Abgesang“, die ab 13. Oktober erhältlich sein wird. Am Pult stand Jonathan Nott, Erster Dirigent und Künstlerischer Berater der Jungen Deutschen Philharmonie.

Als Ravel „La Valse“ komponiert, verabschiedet er mit diesem Stück eine ganze Epoche. Wie in einer Schublade vergessene und mit den Jahren verblichene Postkarten aus einer längst vergangenen Zeit wirken dagegen Ravels eher unbekannte „Valses nobles et sentimentales“, geschrieben mit Bezug auf Klavierwerke von Franz Schubert – die „Valses nobles“ (1827) und die „Valses sentimentales“ (1825). Bei Ravels acht Walzern kracht es in den schnellen Teilen brillant und in den langsamen Partien werden verhangene Klänge inszeniert, fast wie aus einem Grammophon. Als Dmitri Schostakowitsch wenige Jahre vor seinem Tod die Sinfonie Nr. 15 komponiert, schöpft er aus einer Fülle von Anklängen an seine früheren Werke. In ihrer collageartigen Anlage zeichnet sich seine letzte Sinfonie durch eine klangliche Transparenz und Reduktion der kompositorischen Mittel aus, die für das Spätwerk von Schostakowitsch charakteristisch ist. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen ist diese Sinfonie voller Geheimnisse. In einer Art musikwissenschaftlichem Memoryspiel diskutiert die Forschung bis heute darüber, welche Zitate in diesem Werk tatsächlich auffindbar sind. „Auch sein letztes Werk [Schostakowitschs Sinfonie Nr. 15 A-Dur] fordert vom Orchester beides, technische Perfektion und Wachsamkeit für die Sphäre zwischen den Notenzeilen: Zitate, Anekdotisches, Plakatives, Ironie. Jonathan Nott vermittelt kompromisslos, die jungen, solostarken Musiker setzen grandios um. Eine reife Leistung in jeder Hinsicht“, lobte Christian Schmidt im Tagesspiegel das Konzert. (Label: Ensemble Modern Medien)

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