News

Herrenchiemsee Festspiele 2018 am 29. Juli zu Ende gegangen

Bei perfektem Sommerwetter sind am Sonntag, 29. Juli die diesjährigen Herrenchiemsee Festspiele unter dem Motto „Europa!“ mit der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie zu Ende gegangen. Nach dem überraschenden Tod von Enoch zu Guttenberg wurden die Festspiele im Gedenken an seinen Gründer und langjährigen Leiter ausgerichtet, ohne hochaktuelle Themen aus den Augen zu verlieren. Wie auch in den vergangenen Jahren waren nahezu alle Veranstaltungen ausverkauft.
 
Für die ersten beiden Konzerte der KlangVerwaltung sprang der britische Dirigent, Chorleiter und Musikwissenschaftler Andrew Parrott ein. Während beim Eröffnungsabend am 17. Juli in der Kirche auf der Fraueninsel drei noch persönlich von zu Guttenberg  ausgewählte Kantaten erklangen, wurde am 19. Juli im Spiegelsaal auf Herrenchiemsee mit Haydns Pauken- und Militärsinfonie ein anderer Aspekt des diesjährigen Festivalthemas beleuchtet.  Den Liederabend „Vineta“ am 22. Juli dirigierte Karl Prokopetz, ehemaliger Assistent Enoch zu Guttenbergs und maßgeblich an der Konzeption und Einstudierung dieses Programms beteiligt. Schließlich konnte auch die musikalische Lesung „Paris – Salzburg“ am 23. Juli mit Gert Anthoff hochrangig besetzt werden. Hier zeigten Leopold Mozarts Briefe den europäischen Geist, der schon im 18. Jahrhundert herrschte.  Ganz im Zeichen des Festspielmottos „Europa!“ stand das letzte Konzert, das Roberto Abbado übernahm. Das Orchester und der Chor der KlangVerwaltung führten mit dem Solisten Susanne Bernhard, Anke Vondung, Werner Güra und Yorck Felix Speer Beethovens 9. Sinfonie auf.
 
Die weiteren Konzerte fanden in der ursprünglichen Besetzung statt. Unter anderem überzeugten am 18. Juli Benjamin Appl und Concerto Köln mit einem barocken Programm im Münster Frauenchiemsee. Zum wiederholten Male war das Münchner Kammerorchester zu Gast, das mit seinem Chefdirigent Clemens Schuldt am 26. Juli unter dem Titel „1939“ Werke von Schönberg, Hartmann und Berkeley präsentierte. Ljubka Biagioni und die Sofia Symphonics aus Bulgarien ergänzten das Festival-Programm um Klangfarben aus Ost- und Mitteleuropa. Das Unvollendete Treppenhaus wurde am 25. Juli mit einem Kammerkonzert bespielt, bei dem das Signum Quartett Werke von Streichquartett von Haydn, Janáček und Schubert aufführte. Um die Liebe drehte sich das Konzert von Julia Lezhneva und dem Kammerorchester Basel.
 
Etwa 6500 Besucherinnen und Besucher setzten mit dem Schiff zu den Konzerten auf der Frauen- und Herreninsel über – schon die romantische Anreise bildete bei bestem Sommerwetter einen reizvollen Auftakt für hervorragende Konzertabende. Zur umfangreichen Berichterstattung trugen u.a. die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, die Financial Times, die Abendzeitung und das Oberbayerische Volksblatt bei. Die Planungen für die 20. Ausgabe der Herrenchiemsee Festspiele, die für den 16. bis 28. Juli 2019 terminiert sind, sind weitestgehend abgeschlossen. Die Intendanz und Programmdirektion haben bereits ein Konzept ausgearbeitet. Die ersten Festspiele fanden im Jahr 2000 als Bachfest zu Johann Sebastian Bachs 250. Todestag statt. Seitdem entwickelten sich die Festspiele zu einem Konzeptfestival von unverwechselbarem Profil und höchstem künstlerischen Anspruch. Richtmaß der Programmgestaltung war stets die besondere Magie des Ortes mit seiner eineinhalb Jahrtausende umspannenden klösterlichen Tradition, dem weltberühmten Königsschloss und als Geburtsstätte des Grundgesetzes.
http://www.herrenchiemsee-festspiele.de/
 

 

Zurück