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1. Konzert der Reihe „Paradisi gloria“ am 16. November, Ivan Repušić dirigiert das Münchner Rundfunkorchester und den Madrigalchor der HMT München

„Brücken bauen“ ist Chefdirigent Ivan Repušić ein zentrales Anliegen, ganz besonders in der renommierten und nicht nur deutschlandweit einzigartigen Konzertreihe „Paradisi gloria“. Waren es in der vergangenen Spielzeit Brücken in andere Sprachräume, sind es in der Spielzeit 2018/2019 Brücken in der Zeit. Ausgehend von der Todesthematik des Monats November und im Gedenken an den 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs am 11. November 2018 stehen Werke auf dem Programm, die diese Thematik mit Vertonungen u.a. des 130. Psalms, dem „De profundis“ aus der Requiem-Liturgie, beleuchten. Zwei Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts schlagen musikalische Brücken in die Vergangenheit: neben den „De Profundis“-Vertonungen der 1918 verstorbenen Lili Boulanger und Arthur Honeggers kommen Werke von Josquin Desprez und Johann Sebastian Bach (in einer Orchestrierung von Joseph Joachim Raff) zur Aufführung. Die Leitung hat Chefdirigent Ivan Repušić, die Aufzeichnung des Konzerts wird am Sonntag, 9. Dezember 2018 um 19.05 Uhr in BR KLASSIK gesendet.

 

Zur meditativen Einstimmung steht Joseph Joachim Raffs Orchestrierung der Chaconne aus Johann Sebastian Bachs Partita für Solo-Violine d-Moll BWV 1004 auf dem Programm – ein Werk, das in seiner Ausdruckstiefe und den vielschichtigen Variationen nicht nur J.J. Raff zur Bearbeitung und Orchestrierung angeregt hat.

 

„Nymphes des bois“, die berühmte Trauermusik von Josquin Desprez (vermutl. 1450–1521) auf den Tod des Komponistenkollegen Johannes Ockeghem anno 1497, verbindet weltliche Trauerverse mit dem gregorianischen Introitus „Requiem aeterna“. Josquin ist damit einer der Mitbegründer einer bis in die Gegenwart reichenden Tradition: die Trauermusiken auf verstorbene Musiker.

 

Über 400 Jahre später greift Lili Boulanger eine andere Passage der Requiem-Liturgie auf: Psalm 130, das „De profundis“. 1917 komponiert die bereits schwer kranke Komponistin unter den schrecklichen Eindrücken des Ersten Weltkriegs „Du fond de l’abîme“ für Soli, Chor, Orchester und Orgel und findet darin zu einem ausgesprochen expressiven und eindringlichen Ausdruck. Lili Boulanger, der als erster Komponistin der renommierte Rom-Preis zuerkannt wird, stirbt 1918 im Alter von nur 24 Jahren.

 

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verleiht Arthur Honegger (1892–1955) demselben Psalm 130, dem „De profundis“, einen nonverbalen, aber nicht minder eindringlichen Ausdruck im 2. Satz seiner „Symphonie liturgique“, in der Honegger den Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg beschwört.

 

Freitag 16. November 2018, 20.00h, Herz-Jesu-Kirche, München

 

Programm

Johann Sebastian Bach

Chaconne aus der Partita für Violine d-Moll BWV 1004, Orchestrierung von Joseph Joachim Raff

 

Josquin Desprez

„Nymphes des bois“ („La déploration de Johannes Ockeghem“)

 

Arthur Honegger

„De profundis clamavi“, 2. Satz aus der „Symphonie liturgique“, H 186

 

Lili Boulanger

„Du fond de l’abîme“ für Soli, Chor, Orchester und Orgel

 

Einführung

Um 19.00 Uhr bietet BR-Redakteur Matthias Keller in der Herz-Jesu-Kirche eine Einführung in das Konzert an, Chefdirigent Ivan Repušić wird dabei zu Gast sein.

 

Mitwirkende

Diana Axentii, Sopran

Münchner Rundfunkorchester

Madrigalchor der Hochschule Musik und Theater München

Ivan Repušić, Leitung

 

Ausstrahlung

BR-KLASSIK strahlt den Mitschnitt des Konzerts am Sonntag, 9. Dezember 2018 um 19.05 Uhr aus. Es ist parallel auch online auf www.br-klassik.de zu hören.

 

Karten: Euro 25,- / 34,- (Schüler- und Studenten 8,-)

Erhältlich über: BRticket www.br-klassikticket.de  oder Tel. 089/5900-10880 und

über www.muenchenticket.de  oder Tel. 089 / 54 81 81 81

 

Fotos über: www.br-foto.de, Tel. 089/5900-33133, E-Mail: bildmanagement@br.de

Weitere Informationen unter www.rundfunkorchester.de/bereich-fuer-presse-und-veranstalter/

Pressekartenanfragen: Noëmi Beitelrock, Noemi.Beitelrock@br.de

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