Ophelias Blog

Palazzetto Bru Zane – Mam’zelle Nitouche

Die unterhaltsamen Musikgenres wie Operette, Opera Buffa und Chanson sind bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein nicht wegzudenkender Teil der französischen Musikszene gewesen und erfreuten sich beim Publikum großer Beliebtheit. Deshalb ergründet der Palazzetto Bru Zane in dieser Saison auch das Genre der „leichten Muse“, das damals nicht selten für Furore sorgte. Mit der Comédie-Vaudeville „Mam’zelle Nitouche“ brachte die Stiftung im Dezember 2017 im Théâtre Graslin Nantes eine Operette auf die Bühne, die bereits seit Langem Kultstatus erreicht hat. Der Komponist Hervé, der als Organist und Operettenkomponist geradezu ein Doppelleben führte, bediente sich dafür des Nonnen-Sujets, das zu der Zeit sehr populär war. Die Figur der Mam’zelle Nitouche (übersetzt: „Fräulein Rührmichnichtan“) hat eine unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Komponisten: Tagsüber ist sie Novizin, träumt aber insgeheim von der glitzernden Welt des Theaters und wird durch einige Irrungen und Wirrungen zur Operettensängerin. Die farbenfrohe Inszenierung von Pierre-André Weitz, komplementierte die Handlung wunderbar: „(…) man spürt in jedem Detail seine große Liebe für diese ‚vaudelille-opérette‘“, schreibt der Opernfreund. 

 

Ein weiterer Fokus liegt in dieser Saison auf dem Komponisten Charles Gounod: Anlässlich seines 200. Geburtstags widmet ihm der Palazzetto Bru Zane einen gesamten Zyklus und ergründet sowohl seine sakrale Musik als auch seine Opernwerke, für die er am meisten bekannt ist. Den Auftakt macht seine selten aufgeführte Oper „Le tribut de Zamora“, die am 28. Januar im Prinzregententheater zu erleben war – eine Koproduktion mit dem Münchner Rundfunkorchester und dem Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Hervé Niquet.

Fotos: Jef Rabillon.

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