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Palazzetto Bru Zane feiert Gounods 200. Geburtstag

Bon annversaire Charles! Im Zeichen der unzähligen und häufig unbekannten Kompositionen des französischen Romantikers stand das Festival des Palazzetto Bru Zane in Venedig im März 2018 und aktuell das sechste Paris-Festival vom 1. bis 29. Juni 2018.

Ob geistlich-spirituelle Musik wie „Gounod gothique“, die unbekannte Oper aus dem Genre der Grusel-Oper, „La Nonne Sanglante“ oder der weltberühmte „Faust“ in der Urfassung aus dem Jahr 1859 – das ganze Spektrum von Gounods Musik kommt dank der Initiative des Palazzetto Bru Zane in diesem Jahr auf die Bühne. Ein Kongress zum Thema „Gounod auf der Bühne“ mit international renommierten Musikwissenschaftlern wie u.a. Hugh Mcdonald, Clair Rowden und Alexandre Dratwicki rundet das Thema ab. Und die Presse feiert die zu Unrecht in Vergessenheit geratenen musikalischen Schätze auf der Bühne oder frisch veröffentlicht als CD:

Unter dem Titel „Frankreichs bezaubernder Abschied vom Heldenkult“ schreibt die FAZ: „Komisch, innig, fromm: Das Palazzetto Bru Zane in Venedig feiert in diesem Jahr die unbekannten Seiten des Komponisten Charles Gounod […] Wir können in Deutschland nur träumen von solch einem Institut, das […] Bleibendes hinterlässt in Gestalt von Tonträgern, Partituren und Forschungsarbeiten. […] Hier in Venedig, in der Scuola Grande San Giovanni Evangelista mit ihren religiösen Wandbildern von Tiepolo, stimmen Konzerte schon einmal ein auf den unbekannten Gounod […]“. Deutschlandfunk Kultur sieht „La Nonne Sanglante“ als „eine durchaus lohnende Wiederentdeckung – nicht nur für Liebhaber von Schauermärchen“, und die-deutsche-buehne urteilt: „Eine hoch spannende Ausgrabung, die neugierig macht auf mehr.“ Über das CD Buch „Charles Gounod – Cantates et musique sacrée“ schreibt der-neue-merker.eu: „Hervé Niquet ist einmal mehr nicht nur Raritätenheber, sondern mindestens ebenso leidenschaftlicher musikalischer Wachküsser dieser fast 200 Jahre im Dornröschenschlaf vergessenen Partituren. Gescheit, wagemutig, vollmundig dargeboten, was will das Herz mehr?“

Fotos: © Pierre Grosbois, Palazzetto Bru Zane

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