News

Thomas Larchers „A Padmore Cycle“: Deutsche Erstaufführung mit Mark Padmore, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Mariss Jansons, 18. Mai

Am 18. Mai erklingt Thomas Larchers „A Padmore Cycle“, den der renommierte österreichische Komponist für Mark Padmore schrieb, erstmals in Deutschland. Der facettenreiche Tenor selbst singt den ihm gewidmeten Zyklus; begleitet wird er am 18./19. Mai in München vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter seinem Chefdirigenten Mariss Jansons. Wiederholt wird das Konzert am 20. Mai in der Elbphilharmonie Hamburg.

Thomas Larcher und Mark Padmore – in dieser Saison „Artist in Residence“ beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks – verbindet eine enge Zusammenarbeit: „Mit Mark Padmore hatte ich jemanden zur Seite, der bereit war, mit mir in weit entlegene Gebiete zu gehen, der den Mut und die Offenheit hat, seine Stimme in vielen Phasen sehr zurückzunehmen, wodurch sie zerbrechlich und fragil wirkt, gleichzeitig aber präzise und präsent ist. Das hat es mir erst ermöglicht, einen musikalischen Bogen über die disparaten Texte zu spannen“, meint der Komponist über den britischen Tenor, den ein exzellentes Sprachempfinden auszeichnet. Bereits als Thomas Larcher die Originalversion mit Klavierbegleitung schrieb, dachte er über eine Fassung für Orchester nach. Die neue Fassung ähnelt durchaus der früheren, dennoch erscheint sie ihm nun als ein völlig neues Stück. Tatsächlich kommt die Substanz der Texte, die von Hans Aschenwald und Alois Hotschnig stammen, noch viel intensiver und leuchtender zur Geltung. Es sind zum Großteil kurze Naturgedichte, in denen „Natur“ jedoch immer vor allem einen Spiegel eines psychischen Innenlebens darstellt. Das Werk ist eng um den Text der Kurzgedichte herum geformt und trotz seines fragmentarischen Charakters wird ein zusammenhängendes Ganzes geschaffen; jedes „Lied“ führt dabei an einem Klangstrang nahtlos zum nächsten über. Uraufgeführt wurde die Orchesterversion des Padmore Cycle im Barbican Center London vom BBC Symphony Orchestra unter Edward Gardner im November 2014. Die Aufführung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Janson bedeutet Thomas Larchers Einstand als Komponist beim Orchester, mit dem er als Solist bereits das Klavierkonzert von Georg Friedrich Haas gespielt hat.

Thomas Larcher gilt als eine der bedeutendsten und zugleich interessantesten Stimmen unter den zeitgenössischen Komponisten. Auftragswerke erhielt er u.a. vom Lucerne Festival, dem Southbank Centre London, der Wigmore Hall London und der BBC. Er schreibt für international renommierte Orchester wie die Wiener Philharmoniker, das San Francisco Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, ebenso für Dirigenten wie Semyon Bychkov, Dennis Russell Davies, Christoph Eschenbach, Osmo Vänskä oder Jaap van Zweden. Außerdem arbeitet er mit renommierten Ensembles und Solisten, darunter das Artemis und das Belcea Quartett, Leif Ove Andsnes, Isabelle Faust, Martin Fröst, Matthias Goerne, Viktoria Mullova, Christian Tetzlaff und Jean Guihen Queyras zusammen.

Zurzeit schreibt Larcher an seiner ersten Oper, einem Auftragswerk der Bregenzer Festspiele für den Sommer 2018, und an einem Orchesterwerk, das anlässlich der Inauguration von Andris Nelsons beim Gewandhausorchester Leipzig uraufgeführt wird. Für sein „Konzert für Violine, Violoncello und Orchester“, das 2011 bei den BBC Proms uraufgeführt wurde, bekam er 2012 den British Composer Award in der Kategorie International Award. Zudem wurde er mit dem Elise L. Stoeger Prize 2014-2015 ausgezeichnet. Thomas Larchers bisheriges Schaffen ist auf den Labels ECM und Harmonia Mundi dokumentiert. Seine Aufnahmen wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter der Preis der deutschen Schallplattenkritik, ein Choc de la musique und der Diapason d’or. www.thomaslarcher.com

Thomas Larcher „A Padmore Cycle“
Mark Padmore, Tenor
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Mariss Jansons, Leitung

 

18./19. Mai Philharmonie im Gasteig München
20. Mai Elbphilharmonie Hamburg


Texte von Hans Aschenwald (Nr. 1-8) und Alois Hotschnig (Nr. 9-11)

  1. Ich schreibe heute durch
  2. Almauftrieb
  3. Hart am Herz
  4. Familie Numero drei
  5. Hunger nach Heimat, die keine mehr ist
  6. Los los
  7. Ferdl
  8. Und beim Weggehen schmilzt aus den Augen der Schnee
  9. Lange zögern die Steine
  10. Dein Wort mein Blindenhund
  11. Der Körper des Vogels am Weg

Zurück