News

„Was ist virtuos?“ – Drittes Abonnementkonzert des Georgischen Kammerorchester Ingolstadt – Donnerstag, 23. März, 20.00 Uhr, Festsaal Ingolstadt

Das Verhältnis zwischen Moderne und Religion bestimmt das dritte Abonnementkonzert des Georgischen Kammerorchester Ingolstadt am Donnerstag, 23. März 2017. Unter dem Motto „Was ist virtuos?“ gruppieren sich um dieses Leitmotiv die Werke „Summa“ von Arvo Pärt, das Klavierkonzert Nr. 2 von James McMillan und die „Symphonic Serenade“ op. 39 von Erich Wolfgang Korngold. Solist ist der japanische Pianist Kotaro Fukuma, die Leitung hat Mihhail Gerts, der das Orchester bereits mehrmals dirigierte. Konzerteinführung mit Marco Frei ist um 19.10 Uhr. Um 10.00 Uhr findet wieder eine öffentliche Generalprobe statt.

 

Für viele Gesellschafts- und Zeitkritiker ist der Mensch der (Post-)Moderne ein oft Entfremdeter, auch im Hinblick auf Religion und Spiritualität. Das Klavierkonzert Nr. 2 des 1959 geborenen Schotten James McMillan trägt den Beinamen „In memoriam Edwin Muir“. Es erinnert an einen schottischen Dichter, dessen Leben und Schaffen, wie das des Komponisten, stark von Katholizismus und Heimatverbundenheit geprägt waren. Die drei Sätze „Cumnock Fair“, „Shambards“ und „Shamnation“ gehen auf Muirs Gedicht „Scotland 1941“ sowie auf schottisches Lied- und Volksgut zurück. Fragen der Spiritualität prägen auch das Wirken des 1935 in Estland geborenen Arvo Pärt, einem der bedeutendsten Vertreter der neuen Musik. Nach mehrjähriger Pause fand er Ende der 1970er Jahre zum sogenannten „Tintinnabuli“-Stil. Der „Stil der Glöckchen“ gibt sich tonal, betont einfach, mit wichtigen Inspirationsquellen aus geistlich-spiritueller, religiöser Musik. Diese Ästhetik der Entschleunigung und Reduktion prägt auch sein Werk „Summa“. Herzstück der Ende der 1940er Jahre entstandenen „Symphonic Serenade“ von Erich Wolfgang Korngold ist das „Lento religioso“. Es weist eine ähnliche Atmosphäre auf wie die kurz zuvor entstandenen „Metamorphosen“ von Richard Strauss. Die Serenade verdichtet jene dissonante Expressivität und weiche, schwebende Klanglichkeit, die Korngold einst weltbekannt gemacht hatte. Sie sollte auch sein Neustart in Europa sein, als er nach seiner Flucht vor den Nazis dorthin zurückkehrte. Die Uraufführung im Januar 1950 durch die Wiener Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler jedoch floppte und erst seit den 1990er Jahren wird das Schaffen des jüdischen Komponisten wiederentdeckt.

 

Der in Berlin lebende Japaner Kotaro Fukuma gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe und konzertiert weltweit, u.a. mit dem Cleveland Orchestra und dem NHK Symphony Orchestra. Außerdem veröffentlichte er mehrere sehr gut besprochene CD-Aufnahmen. Mihhail Gerts ist einer der profiliertesten estnischen Dirigenten der jüngeren Generation. Er studierte in Tallinn und an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Gastdirigate führten ihn u.a. zum WDR Rundfunkorchester, Teatro La Fenice, Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und Württembergischen Kammerorchester Heilbronn.

 

www.gko-in.de

Zurück