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CD-Neuveröffentlichung am 9. Februar: Thomas Ebenstein mit Liedern von Schönberg, Zemlinksy, Strauss und Korngold (Capriccio)

Der österreichische Tenor Thomas Ebenstein widmet sich auf seinem Debüt-Album einem außergewöhnlichen Programm aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Er singt mit den „Brettl-Liedern“ frühe Kompositionen von Arnold Schönberg und Alexander von Zemlinsky sowie Richard Strauss’ „Krämerspiegel“ op. 66 und die „Songs of the Clown“ von Erich Wolfgang Korngold. Ebensteins Partner am Klavier ist der international gefragte Liedbegleiter Charles Spencer.

 

1901 gründete Ernst von Wolzogen in Berlin das Kabarett „Überbrettl“, das Komponisten und Literaten als Bühne für ihre neuen Balladen, Sketche oder – oftmals witzig-frivolen – Lieder diente. Literarischer Gewährsmann war Otto Julius Bierbaum, dessen 1900 erschienene Anthologie „Deutsche Chansons“ zahlreiche Texte enthält, die unter Wolzogen zur Aufführung kamen. Originelle Vertonungen stammen von Schönberg und Zemlinsky, die beide nach neuen Wegen für das Kunstlied suchten und mit der Gattung experimentierten. Richard Strauss schrieb 1918 sein
Op. 66 nach satirisch-polemischen Gedichten des Literaturkritikers Alfred Kerr, der sich sowohl mit Strauss’ Verlegern wie auch mit Fragen künstlerischer Originalität und geistigen Eigentums überhaupt beschäftigte. Die Amplituden der Musik reichen von später, romantischer Tonalität bis zu jenem grotesk-neusachlichen Ton, mit dem Richard Strauss in der Zwischenkriegszeit wiederholt experimentiert hat. Erich Wolfgang Korngold gehört einer anderen Generation an als Strauss, Zemlinsky und Schönberg und lehnte den Weg in die atonale und dodekaphonische Moderne ab. Nach seiner Emigration 1934 in die USA schrieb er viel Filmmusik; in diese Zeit fällt auch die Arbeit an seinem Liedzyklus „Songs of the Clown“, der auf Texten aus Shakespeares Komödie „Twelfth Night, or What You Will“ basiert.

 

Thomas Ebenstein ist seit der Spielzeit 2012/13 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Ende Januar singt er als Jaquino in Beethovens „Fidelio“ unter Kent Nagano seine erste Premiere an der Staatsoper Hamburg. Gastengagements führten ihn unter anderem an die Staatsoper Unter den Linden, die Semperoper Dresden, die Carnegie Hall in New York, das Festspielhaus Baden-Baden, die Philharmonie Berlin, die Laeiszhalle, zu den Salzburger Festspielen sowie in den Musikverein und das Konzerthaus in Wien. In dieser Zeit konnte Thomas Ebenstein mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Ingo Metzmacher, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann und Franz Welser-Möst zusammenarbeiten. Von 2003 bis 2012 war er Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin. www.ebenstein.info

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