Frühlingserwachen: Das Streichquartettfest des „Heidel-berger Frühling“ schürt Festival-Vorfreude – 20. bis 22. Januar 2012
Schon vor dem offiziellen Eröffnungskonzert im März lädt das internationale Musikfestival „Heidelberger Frühling“ vom 20. bis zum 22. Januar 2012 zu seinem traditionellen Streichquartettfest ein. Und mit acht Veranstaltungen an drei Tagen ist es eigentlich selbst schon ein kleines Festival. Mit dem Quatuor Ebène, The Danish String Quartet, dem Quatuor Voce und dem Amaryllis Quartett sind gleich vier hochkarätige Ensembles mit der „Königsdisziplin der Kammermusik“ in der Heidelberger Stadthalle (Freitag) und der Alten Pädagogischen Hochschule (Samstag und Sonntag) zu erleben. Und weil das Streichquartettfest immer auch Abstecher in andere Besetzungsformen macht, kommt noch der ein oder andere Musiker als Verstärkung hinzu.
Nach einem Begrüßungskonzert am Freitagnachmittag mit zwei der besten jungen Streich-quartette derzeit – dem deutsch-schweizerischen Amaryllis Quartett und dem französischen Quatuor Voce – startet das Wochenende abends gleich mit einem starbesetzten Eröff-nungskonzert: Das französische Quatuor Ebène gibt mit der großen japanischen Pianistin Mitsuko Uchida seinen Einstand als diesjährige „Artists in Residence“ beim „Frühling“. Auf dem Programm stehen neben César Francks Klavierquintett aus den Jahren 1878/79, das neben der Violinsonate als sein kammermusikalisches Hauptwerk gilt, auch das Streichquartett seines Schülers Claude Debussy und Mozarts tiefernstes d-Moll-Quartett.
Am Samstag übernimmt The Danish String Quartet das künstlerische Zepter und läutet den Tag mit einem Lunchkonzert mit Haydns „Lerchenquartett“ sowie Musik von Carl Nielsen und dem argentinischen Tango-Meister Astor Piazzolla ein. Anschließend kann man in einem Workshop mit dem Cellisten Valentin Erben mehr über den „Wandel der Gestalt in Beethovens op. 131“ erfahren, bevor ein Tea-Time-Konzert des Amaryllis Quartetts mit einem Überraschungsprogramm bei Tee und Gebäck einlädt. Danach bleibt eine kurze Verschnaufpause im Festivalcafé, bevor die „Lange Nacht des Streichquartetts“ beginnt. Der Abend in lockerer Atmosphäre mit Wein und kleinen Speisen genießt bei vielen Kultstatus, und wartet mit einem genreübergreifenden Programm auf. Die drei Quartette Amaryllis, Voce und Danish String erhalten dafür Verstärkung von zwei Ensembles, die in ihrer Formation nicht ungewöhnlicher sein könnten: Inviolata mit Bratscher und Akkordeonist auf der einen und Dreamers Circus mit Jazzpianist, Geiger und Folkgitarrist auf der anderen Seite. Zusammen mit ihren klassisch ausgebildeten Kollegen gehen sie mit Werken und Bearbeitungen aus drei Jahrhunderten auf eine Entdeckungsreise rund um das Streichquar-tett: Da trifft Mozart auf skandinavischen Folk, Webern auf Tangomusik und auch Strawinsky kommt musikalisch zu Wort.
Die Nacht wird kurz, denn am Sonntag geht es gleich mit einer Matinee weiter, bei der bei der neben Maurice Ravels berühmtem Streichquartett auch – passend zum Festivalmotto des „Frühling“ –die „Métamorphoses nocturnes“ von György Ligeti und die „Metamorphosen“ von Richard Strauss in der rekonstruierten Urfassung für zwei Violinen, zwei Violen, zwei Violoncelli und Kontrabass erklingen. Noch warmgespielt sind von der „Langen Nacht“ des Streichquartetts The Danish String Quartet, das Amaryllis Quartett, Quatuor Voce, den Kontrabass-Part übernimmt Beltane Ruiz. Und beim Abschlusskonzert am Nachmittag sor-gen die experimentierfreudigen Dänen von Dreamers Circus und Inviolata gemeinsam mit den drei Quartetten für einen besonderen Ausklang mit Jazz, Folk und Improvisationen. Ne-ben diesem Überraschungsprogramm erklingt „lupenreine Klassik“ mit Mendelssohn Bartholdys Streichoktett.
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