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Presse | Brechtfestival Augsburg 2012

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"Brecht und Politik" beim Brechtfestival Augsburg: 02. bis 12. Februar 2012

Einziges Deutschlandkonzert von Marianne Faithfull mit eigenem Programm

Das Brechtfestival Augsburg 2012 unter der künstlerischen Leitung von Dr. Joachim A. Lang krönt mit dem Schwerpunkt Politik seine erfolgreiche Trilogie, an deren Anfang das Thema Film (2010) stand und die 2011 mit Brecht und Musik fortgesetzt wurde. Vom 02. bis 12. Februar 2012 stellt das Festival in Brechts Heimatstadt nun die ‚Gretchenfrage‘: „Wie halten Sie’s mit der Politik?“. Denn kaum eine andere Person der Zeitgeschichte wurde so vor den politischen Karren gespannt wie der große Sohn Augsburgs. Über 40 Veranstaltungen an rund 20 Veranstaltungsorten in und um das Augsburger Rathaus stellen das tradierte Brechtbild in Frage, um es neu zu definieren. Wichtige Säulen des Festivalprogramms sind zwei Uraufführungen, geladene Brecht-Interpreten von Rang wie Carmen-Maja Antoni und – als absoluter Höhepunkt – das für 2012 vorläufig einzige Deutschlandkonzert von Weltstar Marianne Faithfull mit einem speziell für das Brechtfestival Augsburg zugeschnittenen Programm.

Die britische Sängerin und Rock-Ikone Marianne Faithfull ist eine der größten lebenden Brecht-Interpretinnen. Zu Brechts Geburtstag am 10. Februar sowie am 11. Februar bringt sie im Goldenen Saal des Rathauses zum ersten Mal seit über 15 Jahren ihr gefeiertes Programm An Evening in the Weimar Republic in völlig neuer Form wieder auf die Bühne. „…eine Stimme, die alle Tragik und Widersprüche der menschlichen Existenz verkörpert, gebrochene Gefühle, naives Staunen, kurze Momente des Glücks. Eine Stimme, die sowohl vom Ruhm des Rockstars kündet […] als auch vom Sturz in das Dunkel“, so Die Zeit. Begleitet wird Marianne Faithfull von dem New Yorker Pianisten Paul Trueblood, mit dem sie bereits über 100 aufsehenerregende Konzertabende gestaltete.

Zwei Uraufführungen bilden weitere Höhepunkte des Brechtfestivals 2012: Plan B – Die Stadtratssitzung am 09. Februar tagt im Großen Sitzungssaal des Rathauses in einer fiktiven Debatte über den Umgang der Stadt mit ihrem kontroversen Sohn Bertolt Brecht, um seine politische Gesinnung und seinen künstlerischen (Vermarktungs-)Wert. Für die Regie des Stücks aus Originalzitaten zeichnet Sebastian Seidel vom Sensemble Theater Augsburg verantwortlich. Mit Der Augsburger Kreidekreis bringt das Festival am 12. Februar eine 1940 im schwedischen Exil entstandene Erzählung Brechts in der Inszenierung von David Benjamin Brückel zur Uraufführung. Die musikalische Leitung des Stücks, das im Goldenen Saal und damit in der Original-Kulisse aufgeführt wird, hat Geoffrey Abbott.

Brechts politisches Erbe versetzt das Augsburger Rathaus in den Ausnahmezustand: In einer prominent besetzten Gesprächsrunde am 11. Februar diskutieren Vertreter der politischen Parteien und Experten über das Verhältnis von Kunst und Politik. Mit dabei sind Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Gregor Gysi (Die Linke), Dr. Thomas Goppel (CSU), Sebastian Nerz (Piratenpartei) sowie Dr. Michel Friedman (CDU) und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (SPD).

In flankierenden Fraktions-Talks (06./08./09.02.) fordert das Brechtfestival zudem die Parteien des Augsburger Stadtrats in den Räumen von CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf, zusammen mit Politikern und Experten unter der Moderation von Festivalleiter Dr. Joachim A. Lang über aktuelle, politische und Brecht-bezogene Themen zu debattieren und Stellung zu beziehen.

Weitere Höhepunkte des Brechtfestivals 2012 sind u.a. Die Lange Brechtnacht mit zahlreichen Akteuren aus dem In- und Ausland (03.02.), Brechts umstrittenes Stück Die Maßnahme als Wiederaufnahme (05.02.), die Gesprächsrunde Erinnerungen an B.B. mit Barbara Brecht-Schall, Johanna Schall und Regine Lutz (05.02.), der Auftritt der gefeierten Schauspielerin und Brecht-Interpretin Carmen-Maja Antoni, das Gastkonzert des Münchner Rundfunkorchesters (04.02.) und die interdisziplinäre Tagung Dichter und Lenker (09.–11.02.) – ganz nach dem Motto: „Die Staatsgewalt geht vom Volke aus, aber wo geht sie hin?“

Bertolt Brecht (1898–1956) ist einer der wichtigsten, produktivsten und zugleich radikalsten Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Heimatstadt Augsburg widmet ihm jährlich in der Zeit um seinen Geburtstag ein hochkarätiges Festival: Das Brechtfestival Augsburg ist einer der kulturellen Leuchttürme der Stadt und steht seit 2010 unter der Künstlerischen Leitung von Dr. Joachim A. Lang. Mit seiner auf drei Jahre angelegten Thementrilogie hat das provokative wie innovative Festival seit 2010 bereits 20.000 Besucher angezogen, hinzu kommen ungezählte Radiohörer und Fernsehzuschauer. Der Gesamtetat von knapp 400.000€ wird vor allem von der Stadt Augsburg, dem Kulturfonds Bayern, der Stadtsparkasse und den Stadtwerken Augsburg sowie anderen Sponsoren getragen.

Kartenvorverkauf ab Donnerstag, 08.12.2011. Weitere Informationen unter www.brechtfestival.de

Ophelias - PR