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Presse | Internationale Orgelwoche Nürnberg

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Musica Sacra feiert 60. Jubiläum unter dem Motto „Kontraste im Schatten des Kreuzes“: 20. bis 29. Mai 2011

60 Jahre Internationale Orgelwoche Nürnberg – dahinter verbergen sich alljährlich etwa 25 Veranstaltungen an rund einem Dutzend Spielstätten und die Entwicklung zum wohl größten und ältesten Festival Geistlicher Musik in Europa, wenn nicht weltweit. Vom 20. bis zum 29. Mai feiert die ION unter dem Motto „Kontraste im Schatten des Kreuzes“ ihren 60. Geburtstag. Überdies wird in dieser besonderen Saison der im Zweijahresturnus stattfindende Internationale Orgel-Interpretationswettbewerb ausgetragen. 16 junge, aufstrebende Nachwuchskünstler wetteifern vom 20. bis 26. Mai um die Gunst der Jury.

Der Komponistenjubilar Franz Liszt, 2011 von der Musikwelt anlässlich seines 200. Ge¬burts¬tags geehrt, gibt im Auftaktkonzert am 20. Mai den Ton an. Auf dem reinen Liszt-Programm stehen seine große Symphonie für Frauenchor und Orchester nach Dantes „Divina Commedia“, außerdem die „Evocation á la Chapelle Sixtine“ und der 137. Psalm „An den Wassern zu Babylon“.

Unter dem Schwerpunkt „Kontraste im Schatten des Kreuzes“ spannen festliche Abendkonzerte in den großen Stadtkirchen Nürnbergs einen Bogen von Kompositionen der Dürerzeit über romantische Chormusik von Mendelssohn Bartholdy, Bruckner, Brahms, Reger und Fauré bis zu Kammermusik der revolutionären russischen Komponistin Galina Ustwolskaja (1919-2006). Zu den Ausführenden gehören unter anderen der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchener Kammerorchester (21. Mai), das Duo d’Accord (22. Mai), die Hamburger Ratsmusik (24. Mai) und das Ensemble Zeitsprung (25. Mai).

In die Spielzeit der diesjährigen ION fällt die „Blaue Nacht“, mit mehr als 100.000 Besuchern eines der größten Kultur-Events in Deutschland, am 28. Mai. Zum alljährlichen Nürnberger Publikumsmagneten trägt die 60. ION in St. Lorenz mit zwei Uraufführungen bei: „Das blaue Land – der Fernen fernste, in memoriam Franz Marc“ für Orgel von Christoph Garbe und „Die blaue Kathedrale – konzertrische Gebete“ für Violoncello und Orgel von Martin Torp. Ein meditatives Programm mit Klaviermusik von Bach, Mozart, Beethoven, Schostakowitsch, Gershwin und Messiaen sowie Madrigalkompositionen der italienischen Renaissance lockt in die nächtliche Egidienkirche. Die Zusammenstellung orientiert sich an Stücken, die mit A-Dur zusammenhängen, zurückgehend auf Aussprüche zweier großer Künstler: „A-Dur ist blau!“ (Olivier Messiaen) und „Blau ist die Farbe Gottes!“ (Marc Chagall).

Die Reihe der Orgel-Mittagskonzerte (23. bis 27. Mai) wird in diesem Jahr überwiegend von den renommierten Juroren des Internationalen Orgel-Interpretationswettbewerbs bestritten.

Auch die 60. ION taucht ein in die musikalische Identität anderer Kulturen. Standen in der Vergangenheit die Musik des Buddhismus, des Judentums und der russisch-orthodoxen Kirche im Mittelpunkt, richtet sich jetzt die Aufmerksamkeit auf die traditionelle japanische Musik (29. Mai) und den Islam (22. Mai).

Im Zeichen des Halbmonds steht auch das Abschlusskonzert am 29. Mai in St. Egidien. In einer „Arabischen Passion“ nach Johann Sebastian Bach konfrontiert das Ensemble Sarband Bachsche Musik mit der heutigen Situation in der Heimat von Jesus, setzt sich aber auch mit den Konflikten zwischen der arabischen und der abendländischen Kultur auseinander. Diese ION-Veranstaltung wird als musikalisches Zeichen der Versöhnung zwischen den Religionen vom Bayerischen Rundfunk live in die ganze Welt übertragen.

Ein buntes Rahmenprogramm lockt zur Entdeckung der ION außerhalb der zentralen Veranstaltungen: Wer gern Musik im Freien genießt, kann sich in Nürnberger Musiker­straßen begeben, die der Bayerische Rundfunk am 21. Mai mit Kompositionen ihrer Namensgeber zum Klingen bringen wird. Der Stummfilm „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ wird am 27. Mai vor der Sebalduskirche mit live improvisierter Orgelmusik gezeigt.

Keinesfalls fehlen darf das mittlerweile siebte Schulprojekt des Festivals. Vom 4. bis 15. April und vom 2. bis 5. Mai haben Schüler und Schülerinnen die Gelegenheit, erste Schritte auf dem Weg zum Orgel-Afficionado zu gehen und die Königin der Instrumente ganz persönlich kennenzulernen, Reinklettern und Spielen inklusive.

Die Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra war bei ihrer Gründung 1951 einer der ersten kulturellen Lichtstrahlen in der vom Krieg noch weitgehend zerstörten Stadt. Das Festival ist ein Podium der Zusammenarbeit und des Gedankenaustauschs zwischen Künstlern, Komponisten und Theologen aus allen Ländern Europas. Im Mittelpunkt steht traditionell die Orgelmusik – alljährlich verpflichtet das Festival renommierte Organisten aus aller Welt. Daneben versteht sich die ION seit jeher auch als ein Forum der zeitgenössischen Kirchenmusik. Davon legen rund 150 Ur- und Erstaufführungen in ihrem Programm Zeugnis ab. Regelmäßig erteilt die ION namhaften Komponisten Aufträge für neue Werke. Zu den Spielstätten 2011 gehören neben den beiden evangelischen Hauptkirchen, St. Sebald und St. Lorenz (mit der größten Orgelanlage in einer evangelischen Kirche in Deutschland), die Frauenkirche am Hauptmarkt, Nürnbergs einzige Barockkirche St. Egidien, außerdem St. Martha und St. Klara sowie die idyllisch gelegene Kirche St. Nikolaus und St. Ulrich in Mögeldorf. Weitere Veranstaltungsorte sind der Aufseßsaal im Germanischen National­museum und das „Uhrenhaus“ auf dem Betriebsgelände der N-ERGIE in Sandreuth, Nürnbergs wenig bekannte Veranstaltungsperle.

Künstlerischer Leiter der ION in den Jahren 2009 bis 2012 ist der Komponist Wilfried Hiller. Der Kartenvorkauf beginnt mit Vorlage des Gesamtprogramms zunächst nur schriftlich, über die Vorverkaufsstellen und im Internet ab 1. April 2011. Mehr Infos unter: www.ion-musica-sacra.de

Ophelias - PR