Saleem Abboud Ashkar: Pianistischer Weltenbürger auf Europatour mit Mendelssohn
Seine Herkunft und Heimat assoziieren Markantes und Aufregendes, aber auch Krieg und Unruhe. Doch Saleem Abboud Ashkar aus Nazareth ist weit mehr als ein palästinensischer Pianist aus dem israelischen Grenzgebiet. Er ist Weltenbürger und Grenzgänger. Als solcher hat sich der 33-jährige Künstler, der in London studierte und heute in Berlin lebt, besonders mit der Deutschen Romantik beschäftigt. Im Zentrum seines künstlerischen Schaffens steht in den kommenden Monaten das 1. Klavierkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Mit diesem Werk geht er zunächst mit dem Gewandhausorchester zu Leipzig unter Riccardo Chailly zwischen dem 29. August und dem 12. September auf Europa-Tournee: 29. August in Leipzig im Rahmen der Mendelssohn-Festtage 2009, 6. September in Dublin, 7. September bei den London „Proms“, 10. September in Frankfurt und anschließend 12. September beim Luzern Festival in der Schweiz. Danach geht es mit dem NDR Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach am 3. Oktober nach Peenemünde und 4. Oktober nach Lübeck.
Schon mit 21 Jahre komponierte Felix Mendelssohn Bartholdy, Enkel des großen jüdischen Philosophen Moses Mendelsohn, sein 1. Klavierkonzert und brachte es erfolgreich zur Uraufführung: „Ich wurde lebhaft und lange empfangen“, bemerkte damals der junge Komponist. Heute gehört das 1831 entstandene Konzert in g-Moll zum Standardrepertoire. Die Europa-Tournee mit den Leipziger Musikern und Saleem Abboud Ashkar ist auch eine Hommage an den trotz allem nach wie vor unterschätzten Komponisten, der auch als Generalmusikdirektor in Leipzig wirkte. „Mendelssohn lebte in einer hochpolitischen Zeit von Umbrüchen, Revolution und Reaktion. Auch wenn vor diesem Hintergrund seine Musik vielleicht nicht als revolutionär zu bezeichnen ist, so werden doch weder die Schönheit noch die Perfektion der Werke dadurch im Geringsten geschmälert. Im Gegenteil: Was für eine grenzenlose Vielfalt und welcher Reichtum verbergen sich hinter seinen Konzerten, Oratorien, Ouvertüren, dem Oktett oder den „Lieder ohne Worte“. All das sind Werke eines Genies, auch das 1. Klavierkonzert.“
Mit nur 22 Jahren gab der 1976 geborene Pianist Saleem Abboud Ashkar sein Debüt in der Carnegie Hall in New York. Zu den Dirigenten, mit denen er regelmäßig auftritt und gern konzertiert, gehören neben Zubin Mehta, Daniel Barenboim, Riccardo Muti und Lawrence Foster auch Bertrand de Billy, Philippe Jordan, Ilan Volkov und Ludvic Morlot. Er ist häufiger Gast international renommierter Festivals wie der Salzburger Festspiele, des norwegischen Risør Festivals, des Menton Festivals in Frankreich und des Lucerne Festivals in der Schweiz. Auch als Kammermusiker hat er sich einen Namen gemacht, vor allem im Duo mit dem Geiger Nikolaj Znaider. Seine Debüt-Recital CD mit Werken von Brahms, Mozart und Schubert veröffentlichte der Pianist 2005 bei EMI Classics.
Ophelias - PR